Dschungel-Trekking in Chiang Mai

Ein Erlebnis das man so schnell nicht wieder vergisst, eine Grenzerfahrung an die man lange Zeit zurückdenkt und ein unbeschreibliches Abenteuer.

Eigentlich hatten wir auf unserer Reise nie vor in den Regenwald zu gehen und schon gar nicht alleine und auf eigene Faust. Tja so der ursprüngliche Plan. Als dann aber unser letzter Tag in Chiang Mai plötzlich vor der Tür stand und wir absolut nicht wussten was wir noch machen könnten packte uns die Neugier. Wäre es nicht doch ein tolles Erlebnis im Regenwald wandern zu gehen? Wenn wir schon einmal einen vor der Tür haben wäre es doch perfekt diesen zu erkunden. Allerdings war es für eine geführte Tour zu spät und so blieb uns nur eine Lösung. Wir mussten alleine los.

Voller Vorfreude und Neugier machten wir es uns am Abend davor im Hotel in Chiang Mai bequem und starteten unsere Recherche wo es hin gehen sollte. Nach langem hin und her, welches Ziel nicht zu weit entfernt ist und was man alleine erkunden kann haben wir uns entschieden. Es ging am nächsten Tag zum Mae Sa Wasserfall.

Da die Entscheidung in Dschungel zu gehen sehr spontan fiel und damit meine ich wirklich sehr spontan, waren wir natürlich auch null vorbereitet bzw. so aufgeregt, dass wir einfach nicht an alles dachten. Aber dazu nachher mehr. Am Morgen packten wir schnell ein paar Sachen in einen kleinen Rucksack und machten uns auf zum nächsten Taxi. Wie auch schon bei unserem Ausflug auf den Doi Suthep, handelten wir mit dem Taxifahrer wieder einen Preis für ein bestimmtes Zeitfenster aus. Wir hatten knapp drei Stunden Zeit alles zu erkunden, bevor uns unser Fahrer wieder abholte. Denkt immer daran, wenn ihr so etwas aushandelt, dass ihr im Voraus nur einen Anteil bezahlt und noch nicht alles.

Unser Taxi brachte uns zum vereinbarten Parkplatz am Rande des Wanderwegs der zum Wasserfall führte. Leider war der Spaß nicht umsonst und ein kleiner Eintrittspreis von 230 Baht für zwei Personen war zu entrichten. Am Parkplatz angekommen herrschte gähnende Leere, kein weiteres Auto war weit und breit zu sehen. Geil, somit mussten wir nicht mit tausend anderen Touristen wandern gehen, sondern konnten den Regenwald in Ruhe genießen. Da wir weder eine Karte noch einen anderen Plan von dem Weg entlang des Wasserfalls dabeihatten, folgten wir einfach den Schildern mit der Hoffnung am gewünschten Ziel anzukommen. Der Wasserfall besteht aus insgesamt 10 Ebenen die durch eine kleine Distanz voneinander entfernt liegen, somit zieht sich der Weg bis zur letzten Ebene ein paar Kilometer.

Auf einem kleinen Trampelpfad starteten wir unsere Tour. Unter unseren Füßen knackten die Äste, neben uns Geräusche von Tieren, welche sich aber so gut versteckten das wir sie leider nicht entdeckten und ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit. Es war so unglaublich diese wunderschöne Natur zu betreten und zu erkunden.

Mae Sa Wasserfall Trampelpfad

Schon schnell erhaschten wir den ersten kleinen Wasserfall. Leider war das Wasser dort sehr dreckig. Nichts desto trotz war ich schon jetzt fasziniert und das, obwohl das noch nicht mal ein richtiger Wasserfall war.

Von der Neugier auf die anderen Ebenen gepackt ging es weiter bis zu einer kleinen wackelig aussehenden Brücke. War das wirklich der offizielle Weg wo wir gelandet sind und konnten wir da ohne Bedenken drüber gehen? Die ersten Zweifel ob wir richtig waren kamen auf. Vorsichtig tasteten wir uns über die Brücke. Zum Glück war sie doch stabiler als sie aussah. Der weitere Weg stellte sich auch eher als abenteuerlich heraus. Wir wollten ein Abenteuer und voilà da war es. Uns lief der Schweiß nur so herunter, denn es war so unglaublich heiß. In diesem Maße hatte ich das zuvor noch nie erlebt. Immer wieder luden wir eine Tonne Mückenmittel nach, denn die Viecher waren einfach überall und dadurch das wir so schwitzen hielt der Mückenschutz leider nur wenige Minuten.

Das Geräusch von rauschenden Wasser kam immer näher und schon wenige Minuten später standen wir an einem großen Wasserfall. Leider war auch hier das Wasser total braun, aber so ist das in der Regenzeit. Eigentlich hatten wir Badesachen mitgenommen um uns an einem der Wasserfälle zu erfrischen, aber nach dem Anblick von dem dreckigen Wasser hatten wir auch keine Lust mehr dort hinein zu gehen. Andere waren da etwas mutiger und schwammen unterhalb des fallenden Wassers. Oberhalb des Wasserfalls war eine Ebene die aus vielen Flachen Steinen bestand und zum Träumen und Verweilen einlud. Es war ein wunderschöner Ort zum Entspannen. Alles um einen herum war saftig grün und dazu das Geräusch des Wassers. Einfach unbeschreiblich. Da wir schon jetzt von der Hitze ziemlich geschafft waren machten wir genau an diesem schönen Ort eine kleine Pause und hielten unsere Füße in das dreckige Wasser.

Mae Sa Wasserfall Plateau

Unser Tagesziel war die oberste Ebene des Wasserfalls und da wir nur drei Stunden Zeit hatten mussten wir relativ schnell weiter. Auf kleinen Wegen, über kleine Bäche und entlang des rauschenden Wassers ging es von einer Ebene zur nächsten. An der sechsten Ebene hatte ich das Gefühl das meine Energie langsam zu Ende ging. Es war so krass. Dauernd ging es bergauf und diese Hitze dazu. Und da war er, der Punkt an dem wir merkten, dass wir viel zu schlecht auf diesen Trip vorbereitet waren. Wir hatten viel zu wenig Wasser mitgenommen und mussten nun schauen wie wir es am sinnvollsten aufteilten das es auch noch für den Rückweg hielt. Wir haben daraus gelernt, dass man nie mit 0.75 Liter Wasser für zwei Personen in den Dschungel zum Wandern gehen sollte. Bei dieser Hitze hätte jeder von uns die ganze Zeit trinken können, doch das ging leider nicht. Ich weiß nicht wie wir es letztendlich geschafft haben aber wir kamen tatsächlich bis zur obersten Ebene. Das Gefühl dies geschafft zu haben war einfach nur toll.

Oberste Ebene Mae Sa Wasserfall

Doch nun mussten wir auch wieder zurück und das mit kaum noch Wasser. Hallo Grenzerfahrung. Man merkte richtig wie der ganze Körper nach Wasser schrie. Die Energie wurde immer weniger, der Durst und der Schwindel immer mehr. Mit vielen Pausen schafften wir es wieder zurück zu den flachen Steinen wo wir uns erst einmal ausruhten, bevor wir dann zurück zum Parkplatz gingen. Diese Pause war Goldwert. Das letzte Wasser wurde geleert und die Beine erneut im Dreckwasser abgekühlt. Trotz unseres Missgeschickes mit dem Wasser genossen wir die Natur und den Moment in der Natur.

Gestärkt traten wir den Rückweg zum Parkplatz an. Wir nahmen einen anderen Weg als den Trampelpfad auf dem Hinweg und irgendwie bekam ich das Gefühl, dass dies auch der Weg war der für Touristen angelegt wurde. Den Mitten im Nichts stand ein Toilettenhäuschen. Natürlich musste man sich diese Toiletten anschauen, die da so mitten im Regenwald standen. Seine Schuhe durfte man leider nicht anbehalten, sondern musste sie gegen Badelatschen am Eingang des Häuschens tauschen. Da es sich um Hocktoiletten im „Thaistyle“ handelten und es natürlich im Regenwald weder Papier noch eine Spülung gab, musste man mit einem Wasserbehälter spülen. Dadurch war der Boden aber eine einzige große Pfütze. Naja und nur mit Badelatschen bekleidet hatte man natürlich innerhalb weniger Sekunden klatsch nasse Füße. Nichts desto trotz war es eine lustige Besichtigung der Dschungeltoiletten und wieder einmal ein weiteres Erlebnis.

Mae Sa Wasserfall Dschungelklo

Ein wenig unterhalb der Toiletten befand sich ein Aussichtspunkt. Nun war mir klar, dass dies eindeutig der bessere Weg zum Wasserfall war. Von der Aussichtsplattform hatte man einen tollen Blick auf den Mae Sa Wasserfall und nicht nur das, in unmittelbarer Nähe gab es sogar kleine Läden, wo man Wasser kaufen konnte. Für uns die Rettung. Wir kippten das Wasser nur so in uns hinein.

Mae Sa Wasserfall Aussicht

Der Trip durch den Dschungel war trotz unserer Wasserknappheit ein tolles Erlebnis und ich würde es mit mehr Wasser auf jeden Fall noch einmal machen und kann es auch nur jedem empfehlen. Denkt aber daran genug Mückenmittel und Wasserflaschen einzupacken 😉

 

 

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