Wie kommen wir nur nach Chiang Mai? Unsere Weiterreise in den Norden Thailands

Unsere Fahrradtour durch den Historical Park war ein grandioser Einstieg in unsere Thailandreise. Die Erlebnisse ließen aber nicht nach und so war auch unsere Weiterreise in den Norden ein echtes Abenteuer, vor allem weil wir keinen blassen Schimmer hatten wie wir dorthin kommen sollten.

Da saßen wir nun auf unserem Bett im Guesthouse in Sukhothai, geplättet von der Fahrradtour durch den Historical Park und ratlos wie wir weiterreisen sollten. Das nächste Ziel stand schon am Anfang der Reise fest und wir hatten uns auch schon grobe Gedanken dazu gemacht, mit welchen Verkehrsmitteln man dorthin kommt. Allerdings mussten wir feststellen, dass es nun doch schwieriger war als geplant. Unser Plan war es mit dem Nachtzug von Sukhothai nach Chiang Mai zu fahren, da wir so eine Nacht im Hotel sparen würden und direkt morgens schon am Ziel wären. Wir hatten nur blöderweise das nächste Hotel schon gebucht und so waren wir an den Tag der Weiterreise gebunden. Nach einigen Internetrecherchen mussten wir feststellen, dass dieser Plan nicht aufging, da wir bereits zu spät dran waren.

Mit was konnten wir also nun weiterreisen? Flugzeug? – würde gehen, war uns aber zu teuer. Taxi? – würde ebenfalls gehen, aber auch dies war uns zu teuer. Mietwagen? – mit Linksverkehr keine so gute Idee. Bus? – dauert zwar lang, aber das klang gut.

So machten wir uns an unsere Handys auf die Suche nach einem passenden Bus und auch dies war wieder schwieriger als gedacht. Viele Reiseberichte von anderen Leuten verunsicherten uns immer mehr, ob es die richtige Entscheidung war, dieses Verkehrsmittel zu wählen. Von unklimatisierten, halb auseinanderfallenden Bussen ohne Klo, welche sehr oft anhalten würden, war öfters die Rede. Sie hielten aber nicht für Pinkelpausen, sondern lediglich um Menschen einzusammeln. Lange Busfahren ohne Toilette, das kann ja lustig werden. Nichts desto trotz, entschieden wir uns mit dem Bus zu fahren, da dies der einzig vernünftige Weg war, um rechtzeitig in Chiang Mai zu sein, um unser Hotel nicht stornieren zu müssen.

Flip-Flops an und los Gings an die Rezeption des Guesthouses, um Informationen, wann und wo der nächste Bus nach Chiang Mai abfuhr, herauszubekommen. Was für ein Service kann ich euch nur sagen. Wir hatten schlussendlich nicht nur die Infos, welche wir gebraucht haben, sondern direkt unsere Buchung. Nun war der Stress endlich vorbei und wir hatten für den nächsten Tag am Mittag einen Platz in einem klimatisierten Bus nach Chiang Mai. Die Fahrzeit sollte ca. 5 Stunden betragen, was auch noch in Ordnung war.

Fit und ausgeruht starteten wir in einen neuen Tag. Da unser Bus erst mittags abfuhr, hatten wir sogar noch Zeit ein paar Tempel des Historical Parks anzusehen, die wir am Tag zuvor nicht mehr geschafft hatten. So ging’s nach dem Frühstück direkt mit dem Fahrrad los in Richtung Stadt. Weiter kamen wir leider auch nicht, denn es fing an wie aus Kübeln zu schütten. Der deutsche Regen ist im Vergleich ja nichts dazu. Was soll’s, der Regen war warm und so hüllten wir uns in unsere Regencapes und die Fahrt ging nach einer kleinen Pause weiter, denn wir wollten unbedingt noch den „Big Buddha“ sehen, bevor wir abreisten.

Halb nass und nach ein paar Umwegen, weil wir uns verfahren haben, kamen wir dann auch endlich an. Es war gar nicht so einfach ihn zu finden, da er etwas abseits lag. Außerdem war an diesem Tag kaum etwas los, so dass man auch keinen anderen Touristen hinterherlaufen konnte. Der „Big Buddha“ sah von weitem schon echt groß aus, aber als wir dann direkt davorstanden, war ich geplättet. Er war wirklich echt riesig und es war so ruhig an diesem Ort. So hatte der Regen auch wieder etwas Gutes, denn sonst würde man sicher auf einige Touristen dort treffen. Leider hatten wir nicht so viel Zeit und musste relativ schnell wieder zurück zum Guesthouse, um unser Gepäck zu holen, damit wir den Bus nicht verpassten. Schnell ein paar Fotos und ab gings zurück.

Mit unseren Backpacks auf dem Rücken saßen wir nun an der Haltestelle für den Bus. Ich kenne Bushaltestellen meistens als kleines Häuschen mit Sitzgelegenheit und daneben steht ein Schild mit Busfahrplan und den verschiedenen Linien. In Sukhothai sucht man dies vergeblich. Die Haltestelle für unseren Bus war vor dem Laden, wo man die Tickets bezahlte. Verschiedene Sitzbänke und ein Ventilator verschönerten einem das Warten. Dem Busfahrer wurde dann mit einer Fahne gewunken, dass er anhalten sollte.

Im Bus angekommen, waren wir erstaunt, wie gut er ausgestattet war und vor allem wie viel Beinfreiheit man hatte. Nicht zu vergleichen mit unseren deutschen Reisebussen. Zudem konnte man die Rückenlehne fast senkrecht nach hinten kippen, natürlich ging das nur, wenn dahinter niemand saß. So konnte die Busfahrt nur erholsam werden und das war sie auch.

Wir haben die meiste Zeit mit schlafen zu gebracht, da wir einfach so viel Nachholbedarf hatten. Zwischendurch schaute ich mir die tolle Landschaft an, welche an uns vorbeizog. Ich bin froh, dass wir den Bus gewählt hatten, denn so konnte wir Thailand von einer ganz anderen Perspektive aussehen. Wir fuhren durch kleine Dörfer, kleine Städte und den Regenwald. Wow war die Landschaft schön.

Die Zeit verging und wir kamen Chiang Mai immer näher. Letztendlich hat die Fahrt schließlich knapp 7 Stunden gedauert, aber das machte uns überhaupt nichts aus, denn für uns verflog die Zeit wie im Flug. Als wir in Chiang Mai ankamen, war es bereits Abend und dunkel. Somit war vom Tag nicht mehr viel übrig. Wir schnappten uns das nächste Taxi und fuhren erst einmal zum Hotel. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis wir dies gefunden hatten. Der Taxifahrer hatte uns nicht direkt davor abgesetzt und so sind wir erstmal in die falsche Straße gelaufen. Diese hieß genau wie die, in welcher das Hotel lag, aber die Straße war in zwei Teile aufgeteilt. Nach langer Suche mit den schweren Backpacks auf den Rücken, hatten wir es dann endlich gefunden und waren total erleichtert, die schweren Rucksäcke endlich absetzen zu können.
Das Hotel war ein echter Glücksgriff. Es war nicht nur sehr zentral, so dass man alles gut zu Fuß erreichen konnte, sondern auch wunderschön. Das Zimmer war riesig, sauber und super ausgestattet. Wir waren einfach nur überglücklich mit dieser Unterkunft.

Nach der langen Busfahrt, auf welcher wir uns ausschließlich von Chips ernährt hatten, plagte uns nach unserer Ankunft sehr schnell der große Hunger. So machten wir uns nach einer Dusche auf in Richtung Nachtmarkt, da wir von einer Bekannten den Tipp erhielten, dass es dort super viel Auswahl an gutem Essen gab. Und so war es auch.

Damit ging ein erlebnisreicher Tag schon wieder zu Ende und ich freute mich darauf die nächsten Tage Chiang Mai kennenzulernen. Wir hatten bisher nur Gutes über die kleine Stadt gehört. Zudem stand noch ein besonderes Highlight auf dem Plan, was ich aber jetzt noch nicht verraten werde.

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