Welcome Bangkok – Unser erster Tag in Thailand

Bangkok – Entweder man liebt es oder man mag es überhaupt nicht. In dieser riesigen Stadt kann man schon schnell mal überfordert sein. Überall wuselt es von Menschen, im Verkehr fährt gefühlt jeder wie er will und an jeder zweiten Straßenecke wird man von Taxi- oder Tuk Tuk-Fahrern angesprochen.

Nach zehn langen Stunden Flug war durch das kleine Flugzeugfenster tatsächlich Bangkok in Sicht. Wolkenkratzer bildeten die Silhouette dieser großen und weitläufigen Stadt. Ich freute mich so unglaublich, dass wir endlich da waren. Nicht nur der Sitz war mittlerweile total unbequem geworden, sondern ich wollte auch endlich raus und das Land erkunden. Doch darauf musste ich noch etwas warten.

Nach der Landung mussten wir erst einmal an der Passkontrolle anstehen. Gepackt mit Abenteuerlust und vielen weiteren Reiselustigen standen wir dort und ich konnte es einfach kaum noch abwarten endlich den Stempel in meinen Reisepass zu bekommen. Eine gefühlte Ewigkeit später ging es dann zur Gepäckausgabe und anschließend auf Taxisuche. Von Freunden erhielten wir den Tipp uns ein Taxi vor der Abflughalle zu suchen, statt vor der Ankunftshalle, weil dort weniger los sei. Tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht und dort standen zahlreiche Taxis aufgereiht und wartend auf neue Fahrgäste.
Als wir durch die Türe gingen sind wir erstmal wortwörtlich gegen eine „Wand aus Hitze“ gelaufen, da das Flughafengebäude natürlich klimatisiert war. So liefen wir mit unseren Backpacks auf dem Rücken, in diese für uns noch ungewohnten Hitze direkt auf das nächst beste Taxi zu. Ein netter Thai sprang direkt auf uns zu und half uns mit unseren Backpacks.
Eigentlich wollten wir unbedingt mit Taximeter fahren, da man ja weiß, dass der sonst ausgehandelte Preis oftmals doppelt so teuer ist, wie der mit Taximeter. Der Taxifahrer ging darauf jedoch überhaupt nicht ein. Freundlich und mit einem Lachen im Gesicht erklärte er uns, dass man auf dem Highway in die Stadt Maut bezahlen muss und das die 1000 Baht, die er uns vorgeschlagen hat, alles beinhalten und somit am Billigsten seien.
Wir waren erstmal total überfordert. Der Mann war sehr nett und hat uns diesen Preis so herzlich angeboten, aber war das denn jetzt zu teuer oder ein gutes Angebot? Da wir müde von dem Flug und geplättet von der Hitze waren, wollten wir nur noch ins Hotel und handelten den Fahrpreis auf 700 Bath herunter. Letztendlich war auch dieser Preis total überteuert, was wir dann im Nachhinein feststellten, doch im Vergleich zu den deutschen Taxipreisen ein echtes Schnäppchen. Unseren ersten „Thailandeindruck“ bekamen wir dann auf der Fahrt zum Hotel, denn in Thailand fährt niemand so geordnet wie man es aus Deutschland kennt. Unser Taxifahrer raste den Highway entlang und wechselte kreuz und quer die Spuren ohne richtig zu schauen. Nebenher tippte er noch auf seinem Handy herum. Welcome in Thailand dachte ich mir nur, während ich mich noch fühlte als wäre ich in einem Film.

Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel zogen wir los um Bangkok zu erkunden und mehr über diese Stadt herauszufinden. Von vielen haben wir immer wieder den Satz „entweder man liebt es oder man hasst es“ gehört und so wollten wir uns unseren eigenen Eindruck verschaffen. Mit einer Karte in der Hand ging es los Richtung Khaosan Road, die nur circa 10 Minuten von unserem Hotel entfernt lag.
Doch weit kamen wir leider nicht, denn an einer Straßenecke passte uns ein netter Thai ab. Wir dachten er will uns nur den Weg erklären, da wir etwas verwirrt mit der Karte am Straßenrand standen. Doch letztendlich kritzelte er in unserer Karte herum, strich alle möglichen Sehenswürdigkeiten an und erklärte uns vieles sei momentan geschlossen. Das war für uns der Zeitpunkt an dem wir entschieden, uns davon zu machen. Denn leider sind viele solcher Gesten, die man anfangs als hilfsbereit und liebenswürdig einstuft, oftmals nur eine Betrugsmasche. Man wird dann auf eine andere Sehenswürdigkeit verwiesen und zufällig soll man zu dieser dann mit einem Tuk Tuk eines Freundes fahren. Wo man letztlich landet kann ich euch aber nicht sagen, da wir darauf nie reingefallen sind, jedoch kann man von dieser Masche vieles im Internet nachlesen.
Auf unserem weiteren Weg zur Khaosan Road wurden wir von zahlreichen Taxi und Tuk Tuk-Fahrern angesprochen, ob wir nicht mitfahren wollen. Völlig gestresst vom ständigen „Nein-Sagen“ kamen wir endlich in der „berühmt berüchtigten“ Khaosan Road an. Es war wie wir es aus Erzählungen schon gehört hatten. An den Straßenseiten reihte sich ein Klamottenstand nach dem anderen, zwischendrin waren die Eingänge zu den zahlreichen Bars und Hostels und hier und da eine Garküche. Einen weiteren „Thailandeindruck“ erlebten wir beim Schlendern durch diese Straße, denn ständig wurde man von den verschiedensten Verkäufern angesprochen. Mein Freund wurde alle 2 m gefragt ob er sich nicht einen Anzug schneidern lassen will.

Da wir anschließend unbedingt einen Tempel besichtigen wollten aber keine passenden Hosen dabeihatten, machten wir uns zunächst auf die Suche nach den typischen thailändischen Elefantenhosen. Die Auswahl war so groß, dass man gar nicht so recht wusste zu welchem Stand man am besten gehen sollte. Wir entschlossen uns für den mit dem besten Preis, da dieser sich bei jedem Stand unterscheidet und oft viel zu überteuert ist. Mit der passenden Hose machten wir uns auf den Weg zu unserem allerersten Tempelbesuch und weil ich es nicht abwarten konnte eine der prachtvollen Bauten zu besichtigen, ging es in den Tempel gegenüber der Khaosan Road. Eine kleine Anlage erwartete uns.

Als wir nach der Besichtigung des Inneren unsere Schuhe wieder anzogen, wurden wir von einem netten Thai angesprochen. Mein Freund hatte gleich wieder die Befürchtung, dass auch er uns zu Sehenswürdigkeiten schicken möchte, da andere geschlossen haben. Dies war aber nicht so, wie sich herausstellte war er Volontär in der Anlage und wollte uns helfen. Er gab uns wertvolle Tipps, was sich in Bangkok lohnt anzuschauen und was eher nicht.

Mit neuen Tipps und Anregungen ging unsere „Bangkok-Erkundungstour“ weiter Richtung Grand Palace. In einigen Online-Portalen hatte ich bei der Reiseplanung immer wieder gelesen, dass der Palast eines der besten Sehenswürdigkeiten der Stadt sei und man ihn deswegen unbedingt anschauen sollte. Leider hatten wir an diesem Tag Pech, denn wir waren zu spät dran und er hatte schon geschlossen. Das brachte uns auf die Idee stattdessen einfach den dahinterliegenden Wat Pho zu besichtigen und wir wurden nicht enttäuscht. Er ist bekannt für seinen riesengroßen liegenden Buddha und seine schöne Anlage.

Wenn man dann tatsächlich vor dem Buddha, den man zuvor immer nur in Reiseberichten oder Reiseführern gesehen hat, steht ist das ein überwältigendes Gefühl. Endlich ist man auf der Reise die man lange geplant hatte und auf die man sich so unglaublich gefreut hatte. Die Atmosphäre die in dem Tempel, in welcher der Buddha liegt herrscht ist irgendwie besonders. Im Hintergrund hört man ein leichtes Klirren während man entlang des Buddhas spaziert. Das „Klirren“ waren wie sich nachher herausstellten Münzen, die in ein metallenes Gefäß geworfen wurden. Bei einem Rundgang über die Anlage sind wir gar nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen, so vielseitig und wunderschön. Ich kann jedem den Besuch nur empfehlen, es war einer der Anlagen die mir am besten auf der ganzen Thailandreise gefallen haben.

Erschöpft von den vielen Erlebnissen und mit neuen Eindrücken gingen wir nach unserem Besuch im Wat Pho zunächst zurück ins Hotel. Mit einem kostenlosen hoteleigenen Tuk Tuk-Service haben wir uns dann noch einmal zur Khaosan Road fahren lassen. Zum einen hatten wir natürlich einen riesen Hunger, zum anderen wollten wir aber unseren Abend in einer der Bars ausklingen lassen und dabei das Feeling der Straße auf uns wirken lassen. Im Vergleich zu mittags war die ganze Backpacker-Meile bunt beleuchtet, die Straßenstände sind noch mehr geworden und überall duftete es nach leckerem Essen. Man hatte das Gefühl, dass alle Backpacker aus ihren Hostels gekommen sind um ihren Abend in der Khaosan Road zu verbringen.

Vorbei war der erste Tag und unsere ersten Erlebnisse hatten wir auch hinter uns. Nach diesem Tag konnte ich für mich noch nicht festlegen, ob ich diese Stadt mag oder eher nicht, aber dafür haben wir ja beschlossen, Bangkok am Ende unserer Reise noch einmal genau zu erkunden. Eins war mir aber schon klar geworden ich fand Thailand schon jetzt einfach klasse.

 

Wie findet ihr Bangkok? Was für einen Eindruck habt ihr von dieser großen Stadt bekommen? Erzählt es mir in den Kommentaren 🙂

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